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Die Taktik-Stimmen zum 2. Champions-League-Spieltag

Die Taktik-Stimmen zu den Champions-League-Ausflügen der deutschen Teams sind da. So viel vorweg: Es wurde nicht weniger preisgegeben als im Bundesliga-Alltag...

Lucien Favre (Borussia Dortmund): Slavia Prag war sehr gefährlich, das Niveau von ihnen ist sehr gut. Sie laufen enorm viel und sie pressen sehr gut. Die Laufwege sind gut abgestimmt und sie spielen starke Diagonalbälle. Die Ballbesitzverhältnisse waren heute relativ ausgeglichen. Manchmal ist es so, dass du das Spiel kontrollieren musst, ohne den Ball. Es war sehr wichtig für uns, dass wir hier gewonnen haben. Und es ist auch wichtig, dass wir zu Null spielen und einfache Gegentore vermeiden, denn wir können nicht immer drei oder vier Tore schießen. Gegen defensiv- und konterstarke Mannschaften ist es nie leicht.

Julian Nagelsmann (RB Leipzig): Wir haben ein gutes Spiel gemacht und hatten mehr Chancen als unser Gegner. Die zwei Tore von Lyon haben wir ihnen selber reingelegt. Im Pressing hatten wir gute Momente. Zuerst haben wir im 3-4-3, nach der Pause dann mit Viererkette gespielt, um mehr Präsenz nach vorne zu haben auf den Flanken. Und um die zweiten Bälle zu bekommen. In den letzten zehn Minuten hatten wir in der Box nicht die erwünschte Präsenz. Wir hatten dennoch einige Spieler, die sich individuell auf ihren Positionen in den Aktionsräumen sehr gut bewegen. Wir hatten teilweise sehr viele Räume. Es wäre einfach gewesen, hinter die vorderen fünf Spieler von Lyon zu kommen, aber da haben wir uns in den Bewegungen zu oft am Gegenspieler orientiert. Insgesamt hatten wir aber keinen schlechten Spielvortrag.

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Peter Bosz (Bayer Leverkusen): Am Ende haben wir zu Recht verloren, aber vielleicht etwas zu hoch. In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht. Die erste Torchance hatten wir, aber leider haben wir sie nicht verwertet. Dann haben wir nicht gut verteidigt und mit der ersten Chance für Juventus das Gegentor bekommen. Da müssen wir uns steigern. Die zweite Halbzeit war noch schwieriger für uns. Wir wussten, dass Juventus ein sehr starkes Ballbesitz- und Konterspiel hat und natürlich eine enorme Qualität. Das zu verteidigen und selbst nach vorne zu kommen, ist sehr schwer. Das haben wir gesehen.

Niko Kovač (FC Bayern München): Hier auf der Insel so ein Spiel abzuliefern, ist einzigartig. In den ersten 30 Minuten hatten wir Glück. Da waren wir zu passiv und wenig präsent in den Zweikämpfen und hatten einige brenzlige Situationen zu überstehen. Wir wussten, das Tottenham Druck machen wird, das ist ihr Spielstil, ihre Mentalität und ihr Charakter. Nach der ersten halben Stunde haben wir das Spiel dominiert und den Rhythmus bestimmt. Wir haben mit unserem Kurzpassspiel Ball und Gegner laufen lassen. Tottenham hat in einer Raute agiert, deshalb haben wir verstärkt über die Außen gespielt. So haben die gegnerischen Achter weite Laufwege und fallen irgendwann körperlich ab. Wir sind als Kollektiv aufgetreten und haben unsere individuelle Qualität mit technisch-taktischen Elementen verbunden. Bei uns war heute fast jeder Schuss drin und Tottenham hat in der ersten Hälfte drei sehr gute Chancen vergeben. Das war heute der Unterschied.

Tags: FC Bayern, Niko Kovac, Borussia Dortmund, Lucien Favre, RB Leipzig, Bayer Leverkusen, Peter Bosz, Julian Nagelsmann, Champions League

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