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Rose: "Ich stehe für proaktiven Fußball und Positionsspiel"

Am Samstagabend war Gladbachs Marco Rose im aktuellen Sportstudio (ZDF) zu Gast. Taktische Themen kamen dabei nicht zu kurz.

Rose über...

das Spiel gegen Mainz:

"Es war ein schwieriges Spiel. Zwei Mannschaften mit einer ähnlichen Spielanlage. Wir alle haben schon schönere Fußballspiele gesehen. Es gab natürlich ein paar Dinge, die ich mir anders vorgestellt habe. In unserer Phase momentan sind Ergebnisse einfach ganz wichtig, weil wir dadurch auch wieder eine Woche Zeit haben, um an Dingen zu arbeiten und so auch Überzeugung bekommen. Heute war ein Spiel, wo das Thema Anlaufen gar nicht so wichtig war, weil auch viele längere Bälle dabei waren."

die Probleme im Spielaufbau:

"Wir hätten es uns einfacher machen können, wenn wir uns mehr bewegt hätten - ohne Ball. Das haben wir nicht getan, deshalb waren wir einfach auszurechnen, einfach wegzupressen. Aber: Die Jungs bewegen sich momentan extrem viel gegen den Ball. Wir arbeiten daran, dass wir dann mit dem Ball keine Pause machen dürfen. Das eine bedingt auch ein bisschen das andere. Wenn du extrem viel am Spiel gegen den Ball arbeitest, verlierst du vielleicht ein bisschen den Fokus auf Ballbesitz - auf das, was die Jungs in den letzten Jahren immer wieder gut gemacht haben. Deshalb sind wir momentan in einem Prozess."

die Trainergeneration aus Mainz:

"Ich glaube, dass Wolfgang Frank einfach eine ganz wichtige Rolle spielt in dem Puzzle. Er war einer der ersten Trainer in Deutschland, die Viererkette gespielt haben. Damit hat er sehr viel auf den Weg gegeben: raumorientiertes Verteidigen. Danach hat Klopp eine Ära gepragt, die für den Verein unglaublich war. Danach sind einfach ein paar Jungs nachgekommen, dann hat man im Nachwuchs richtige Entscheidungen getroffen mit Thomas Tuchel aus Augsburg. Der Verein hat die nötige Ruhe, dass sich Trainer entwickeln können."

seine Spielphilosophie:

"Marco Rose steht für proaktiven Fußball in allen Spielphasen. Mit dem Ball heißt das, dass wir versuchen, schnell viele Chancen zu kreieren. Das bedeutet, dass wir schnell Tiefe, aber auch spielerische Lösungen suchen. Wir wollen den Ball nicht nur nach vorne dreschen, sondern über Positionsspiel Vertikalität entwickeln. Wenn wir den Ball nicht haben, sollten wir ihn schnellstmöglich wieder zurückgewinnen. Wenn wir ihn dann gewonnen haben, geht es darum, Entscheidungen zu treffen. Entweder schnell Richtung Tor umschalten oder die nötige Ruhe finden, um auch selbst Ballbesitz zu haben, uns zu regenerieren - für Phasen, in denen wie wieder wahnsinnig intensiv gegen den Ball arbeiten wollen.

die Entwicklung:

"Es ist kompliziert. Die Jungs haben jetzt über Jahre gut und attraktiv Ballbesitzfußball gespielt. Jetzt haben wir die letzten Wochen daran gearbeitet, aktiv nach vorne zu verteidigen. Da brauchst du erstmal den grundsätzlichen Impuls, dazu bereit zu sein. Die Schalker waren gegen Bayern drei, vier Meter dran, aber haben die letzten Schritte nicht gemacht. Daran arbeiten wir. Und dabei verlieren wir etwas das Thema für die Ballkontrolle und den eigenen Ballbesitz, aber das sind ganz normale Dinge. Wenn es Jahre dauern würde, wäre es schwierig, das auch zu verkaufen. Unsere Idee ist, relativ schnell zu zeigen, dass wir daran arbeiten. Wir wollen den Leuten zeigen, dass wir bereit sind, viel zu sprinten, extrem zu sprinten. Das ist wichtig für unsere Idee. Da war Gladbach in der letzten Saison auf Platz 18. Das sind Dinge, die neu sind, aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Es gab bisher noch kein Spektakel, aber das ist das, was wir wollen."

...die Ziele:

"Wir wollen schon mutig und ambitioniert sein. Wir wissen schon, dass wir Borussia Mönchengladbach sind. Deshalb wollen wir extrem ambitioniert sein, aber trotzdem nicht vergessen, wo wir herkommen. Es ist ein bodenständiger Verein."

Tags: Bundesliga, Borussia Dortmund, Marco Rose

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