f logo RGB Blue 58 Twitter Social Icon Circle Color

Die Taktik-Stimmen zum 2. Spieltag (Teil 1)

Neuer Spieltag, neue Taktik-Stimmen. Wir haben die Aussagen der Bundesliga-Trainer nach dem 2. Spieltag zusammengefasst. Dieses Mal im Blick: Achim Beierlorzer, Lucien Favre, Peter Bosz, Florian Kohfeldt und Marco Rose.

Achim Beierlorzer (1. FC Köln): "Ich habe ein sehr gutes Spiel meiner Mannschaft gesehen. Der Plan ist sehr gut aufgegangen. Wir wussten, dass wir aggressiv nach vorne verteidigen müssen. Wir hatten immer wieder Druck auf dem Spielaufbau, Balleroberungen. Wir haben gesehen, was wir mit der Art Fußball zu spielen, schaffen können. Dortmund musste aus dem Zweieraufbau einen Dreieraufbau machen, das System umstellen. Wir hatten Situationen, wo wir uns über die Flügel nach vorne gespielt haben. Cordoba vorne war immer unangenehm, hat sich ein paar Mal herausgedreht. Seine Auswechslung war sehr ärgerlich. Im Umschaltmoment hätte er uns noch etliche Situationen erzeugen können. Bis zur 78. Minute hat es sehr gut funktioniert. Wir mussten wechseln, damit wir das intensive Spiel so fortsetzen konnten. Eine kurz ausgeführte Ecke führt dann zum 1:1. Beim 2:1 hat Dortmund es einfach super herausgespielt mit einer extrem präzisen Flanke."

Lucien Favre (Borussia Dortmund): "Es war ein sehr schweres Spiel. Ich habe Köln mehrmals gesehen, schon in der Vorbereitung. Sie haben eine sehr gute Organisation, ein starkes 4-4-2. Köln war sehr stark beim Pressing, bei Balleroberungen, hatte Chancen, Tore zu machen. Wir konnten unser Spiel nicht machen, haben ein wenig zu langsam gespielt. Die Bewegungen waren nicht so gut, wir wollten das Tempo erhöhen. Aber wenn Köln so presst, hat es jeder Gegner schwer. Dennoch haben wir es in der zweiten Halbzeit besser gemacht. Mit Brandt und Hakimi waren wir klarer. Danach war es ein ganz anderes Spiel, fast im 4-3-3. Wir hatten die nötige Geduld."

Alfred Schreuder (TSG Hoffenheim): "Wir hatten in der ersten Halbzeit viel Kontrolle, aber haben uns wenig Chancen herausgespielt. Im letzten Drittel waren wir nicht gut. Die Räume waren da, aber wir waren nicht mutig genug. Wenn du mit zwei Sechsern und Dreierkette spielst, kannst du sehr dominant sein. Aber am Ende muss auch ein Sechser mit nach vorne. Damit wir dann im letzten Drittel quasi mit drei Zehnern spielen. In der zweiten Halbzeit haben wir einen Sechser höher geschoben, da war es einen Tick besser. Nach der roten Karte hätten wir das Spiel einfach machen müssen, aber es war offen. Das war unserer schlechtester Tag mit Ball in dieser Woche. Offensiv haben wir sehr gute Standards gehabt. Es kann auch ein 3:3 werden. Insgesamt ist mit Ball noch viel zu tun, aber die Mentalität war super."

Florian Kohfeldt (Werder Bremen): "Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, wir haben wenig zugelassen. Das war sehr gut. Was nicht gut war, waren unsere defensiven Standards. Zwei Gegentore sind zu viel auswärts. Nach der Pause waren wir zu passiv, hätten mehr Kombinationsspiel durchs Zentrum haben müssen. Da haben wir uns zu sehr auf Chipbälle verlassen. Aber das ist auch normal, wenn man das Spiel mit einem Spielertypen wie Niklas Füllkrug verändert. Da fehlte uns die Balance, wann spielen wir Chips, wann kombinieren wir? Wir wollen keine langen Bälle spielen, das ist nicht unsere Idee. Trotzdem großes Kompliment an meine Mannschaft. Wir haben gegen einen sehr guten Gegner gespielt."

Friedhelm Funkel (Fortuna Düsseldorf): "Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft verdient verloren. Wir waren heute chancenlos. Leverkusen war gut in Bewegung, hat die Räume gut bespielt, oft mit nur einem Kontakt. Ich habe in der Halbzeit gesagt, wir müssen besser dagegen halten, wollten auch mehr nach vorne spielen. Wir haben viel zu viele Bälle verloren."

Peter Bosz (Bayer Leverkusen): "Ich bin mit den ersten 75 Minuten sehr zufrieden. Wir haben den Ball laufen lassen gegen eine sehr organisierte Mannschaft. Wir konnten uns viele Chancen herausspielen gegen ein Team, das sehr gut im Umschaltspiel ist. Gleichzeitig haben wir wenig Konter zugelassen. In den letzten 15 Minuten haben wir nicht den Ball laufen lassen, sondern sind mit dem Ball gelaufen. Das war nicht gut. Aber wir haben viel kompakter verteidigt als letzte Woche, den Gegner nicht kontern lassen. Unsere Abwehrspieler verteidigen sehr großen Raum. Vorne standen wir besser, haben sofort wieder Druck auf den Ball bekommen. Deshalb war es für die Verteidiger einfacher."

Ante Covic (Hertha BSC): "In den ersten 30 Minuten haben wir viel investiert. Mit zunehmender Spieldauer mussten wir mehr aufmachen, haben offensiv gewechselt. Dadurch haben wir dem Gegner Räume gegeben, die er gnadenlos genutzt hat. Wir haben es nicht gut gemacht, vor allem, was die Balance aus Offensive und Defensive betrifft. Gegen Top-Gegner brauchst du beides: Qualität nach vorne und Absicherung."

Oliver Glasner (VfL Wolfsburg): "Wir hatten die ersten Minuten riesen Probleme, haben keinen Zugriff auf das Spiel bekommen. Hertha hatte einen sehr guten Plan, Überzahl am Flügel zu schaffen. In der Trinkpause konnten wir ein bis zwei Kleinigkeiten korrigieren und haben das Spiel in den Griff bekommen. Dann hatte Hertha keine Aktion mehr bei uns im Strafraum und wir kamen immer wieder zum Kontern."

Sandro Schwarz (Mainz 05): "In der ersten Halbzeit war sehr viel Kampf drin mit beiden Rauten im Zentrum. Das hat sich neutralisiert, daher war es ein Spiel auf Augenhöhe. In der zweiten Halbzeit war es bis zum Gegentor sehr ordentlich, wir hatten gute Balleroberungen, hätten die Umschaltsituationen besser nutzen müssen. Da gab es unzählige Situationen. Da haben wir den letzten Pass nicht gespielt."

Marco Rose (Borussia Mönchengladbach): "Wir haben das Tor gemacht, in einer Phase, wo das Spiel verflacht ist. Wir konnten mit Embolo nachlegen. Sein Tempo war sehr wichtig für uns. Mainz hat es ähnlich versucht, wollte Dynamik von der Bank nachschießen. Es waren zwei Teams, die sich bekämpft und bearbeitet haben. Mainz hat richtig viel Physis vorne. Wir hatten das Momentum. Wir konnten nicht so viel Anlaufen, weil viele lange Bälle dabei waren. Wir hätten es uns leichter machen können, wenn wir uns offensiv besser ohne Ball bewegt hätten. Der Ballbesitzer war oft ziemlich alleine. Wir hatten heute nicht die Qualität, uns spielerisch aus Drucksituationen zu befreien, daran arbeiten wir."

Tags: Bundesliga, Lucien Favre, Marco Rose , Oliver Glasner, Peter Bosz, Florian Kohfeldt, Ante Covic, Alfred Schreuder, Achim Beierlorzer , Sandro Schwarz, Friedhelm Funkel, Taktikstimmen

Anmelden