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Die Taktik-Stimmen zum 2. Spieltag (Teil 2)

Teil 2 der Taktik-Stimmen zum 2. Bundesliga-Spieltag sind da. Während Niko Kovac mit der Leistung seines Teams zufrieden war, monierte Nagelsmann: "Wir hatten zu wenig Zugriff. Frankfurt hat weniger lang gespielt als erwartet. Wir haben überlegt, auf Viererkette umzustellen, uns aber dagegen entschieden."

David Wagner (Schalke 04): "In der ersten Halbzeit haben wir es so gut es ging wegverteidigt. Wir waren aber im eigenen Ballbesitz viel zu hastig, viel zu fahrig. Wir hatten kaum Ballbesitzpassagen. Es geht gegen solche Teams auch darum, Entlastung zu schaffen. Das haben wir in der zweiten Halbzeit besser gemacht. So konnten wir selbst Chancen kreieren. Es ist wichtig, mutig zu bleiben, auch mal hoch zu attackieren, den Spielaufbau unter Druck zu setzen. Wir respektieren aber, dass wir momentan auf dem Level nicht bestehen können, aber wir machen Schritte nach vorn. Taktisch, spielerisch."

Niko Kovac (FC Bayern): "Wir haben überhaupt nichts zugelassen und unsere Möglichkeiten ordentlich genutzt. Letzte Woche hatten wir dasselbe Spiel, aber haben ein, zwei Fehler gemacht. Die Effizienz von Lewandowski ist einzigartig. Das Spiel war alles in allem rund. Wir haben es im Ballbesitz gut verstanden, den Gegner in Bewegung zu bringen, der bekannt dafür ist, sehr gut zu pressen. Coutinhos Fähigkeiten mit dem Ball und seine Fähigkeit, sich in den Räumen zu bewegen, den Ball zu fordern, war schon gut zu erkennen. In der ersten Hälfte gab es auf beiden Seiten noch einige Ballverluste, aber wir haben nichts anbrennen lassen."

Adi Hütter (Eintracht Frankfurt): "Wir haben es mit dem Ball gut gemacht. Leipzig hat aus wenig Möglichkeiten viel Ertrag gehabt. Wir haben versucht, das Spiel zu kontrollieren. Fußballerisch sah das auf unserer Seite sehr gut aus, wir wollten flach eröffnen, die Räume finden. Das ist uns gelungen. Leipzig kam nicht so ins Pressing wie sie es sich gewünscht haben."

Julian Nagelsmann (RB Leipzig): "Wir hatten zu wenig Zugriff, zu wenig Balleroberungen. Frankfurt hat weniger lange Bälle gespielt, als wir es erwartet haben. Sie hatten viel Personal in der Spieleröffnung, da war es nicht leicht, immer Druck drauf zu kriegen. In der Anfangsphase war das Glück auf unserer Seite, nachdem wir nach einem Konter einen Rückkonter bekommen haben. Anschließend hatten wir eine Phase, wo wir die Räume gut gefunden haben. Es war nicht einfach, Druck aufzubauen. Mir hat auch der Mut im eigenen Ballbesitz gefehlt. In der zweiten Halbzeit war die Überlegung, auf Viererkette umzustellen, um höher verteidigen zu können. Aber ich hatte die Befürchtung, dass wir das Spiel nicht frühzeitig auf 2:0 bekommen und irgendwann die Bälle in den Strafraum segeln. Da wollte ich einfach den fünften Abwehrspieler behalten. Deshalb haben wir uns für ein etwas tieferes Verteidigen entschieden, was erst gut geklappt hat. Aber: Wir haben viele lange Bälle gespielt, nicht mehr so die Räume bespielt. Daher war es viel offener, als wir es uns erhofft haben."

Steffen Baumgart (SC Paderborn): "Wir spielen mit viel Tempo, marschieren nach vorne, sind gut im Spiel. Aber wir machen einfache Fehler, die uns den Sieg kosten. Daraus müssen wir lernen. Wir haben versucht, dem Gegner wenig Luft zu lassen, ihn immer wieder zu pressen, das ist uns gelungen. Wir haben es taktisch sehr gut gemacht gegen einen spielstarken Gegner. Wir haben gezeigt, dass wir mithalten, intensiv gegen den Ball arbeiten und Umschaltmomente kreieren können. Wir müssen aber effizienter werden, vielleicht auch mal einen Angriff abbrechen, hintenrum spielen."  

Christian Streich (SC Freiburg): "In der ersten Halbzeit konnten wir Paderborn noch zweimal einholen, als sie schon durchgebrochen waren. Paderborn hat mit extrem viel Tempo gespielt. Die haben richtige Tempospieler, können den langen Ball spielen, den kurzen Ball. Wir hatten aber auch Umschaltmomente, die für uns nicht schlecht waren. In der zweiten Halbzeit hat Paderborn uns hinten reingedrängt, da konnten wir uns spielerisch nur schwer befreien."

Martin Schmidt (FC Augsburg): "Die erste Halbzeit war nicht so schön anzusehen, das war mehr Kampf und Krampf. Wir haben versucht, spielerisch an Union vorbeizukommen, aber uns hat die Tiefe gefehlt. Der Gegner war sehr aggressiv, vor allem auf zweite, hohe Bälle aus. In der zweiten Halbzeit hatten wir ein, zwei gute Balleroberungen, haben daraus auch das Tor erzielt. Am Ende kam die Druckphase von Union, sie haben sehr viel Größe eingewechselt, das war im Kopfballspiel und bei den vielen langen Bällen schwierig. Wir haben das falsche Rezept gewählt. Wir haben begonnen mit langen Bällen hinten raus, ich hab mir fast die Lunge aus dem Hals geschrien: 'Spielt flach, lasst den Ball laufen.' So war das gute Gefühl weg und wir wurden immer tiefer."

Urs Fischer (Union Berlin): "Wir haben sehr Vieles richtig gemacht, hatten Zugriff, hatten in gewissen Phasen auch eine gewisse Kontrolle. Der Rückstand war gegen den Spielverlauf.  Danach war eine Phase, wo wir Wettkampfglück brauchten. Es war ein intensives Spiel mit vielen Zweikämpfen und Spiel auf den zweiten Ball. Das haben wir so erwartet."

Tags: Niko Kovac, Bundesliga, David Wagner, Martin Schmidt, Steffen Baumgart, Christian Streich, Urs Fischer, Adi Hütter

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