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Die Taktik-Stimmen zum 4. Spieltag (Teil 2)

Die Taktik-Stimmen Teil zwei sind da. Was hatten Lucien Favre, Peter Bosz oder auch Marco Rose nach den Spielen taktisch zu erzählen? Wir verraten: so einiges.

Lucien Favre (Borussia Dortmund): "Leverkusen war sehr gefährlich, nicht nur bei Ballbesitz. Aber wir haben gut verteidigt, das war sehr, sehr wichtig heute. Wir waren sehr geduldig, wenn wir verteidigen mussten. Wir können 4-2-3-1 spielen oder 4-3-3, unsere Sechser sind manchmal dazwischen. Sie müssen sehr viel laufen, manchmal sehr hoch pressen, manchmal vor der Abwehr spielen. Das haben sie sehr, sehr gut gemacht. Die 35 % Ballbesitz in der ersten Halbzeit waren nicht geplant. Aber wir haben uns auf alle Fälle vorbereitet. Wir wussten, dass Leverkusen viel Ballbesitz hat. Und in diesen Momenten mussten wir ruhig bleiben. Wir haben keine großen Fehler gemacht gegen den Ball. Nachher konnten wir mehr das Spiel machen und mehr kontern. Das wussten wir."

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Peter Bosz (Bayer Leverkusen): "Wir wollten früh pressen und Dortmund unter Druck setzen, damit sie nicht ins Positionsspiel kommen. Aber wir haben heute zu viele Fehler gemacht. Wir waren am Ende als Mannschaft nicht mehr kompakt, waren zu offen. Nach den Wechseln sind wir auseinander gefallen. Die Wechsel waren riskant, aber wir wollten unbedingt ein Tor machen. Wenn das nicht gelingt, dann stehst du natürlich mit sehr viel Spielern vor dem Ball. Aber das war meine Entscheidung, so zu wechseln."

Sandro Schwarz (Mainz 05): "In der ersten Halbzeit hatten wir viel Kontrolle und viel Ballbesitz. Es gab zwei Unachtsamkeiten: einmal aus der Umschaltbewegung heraus und einmal aus unserem Spielaufbau heraus. Dennoch haben wir einige Angriffe gestartet, waren viel im letzten Drittel und in der Box. Und wir waren nach Fernschüssen gefährlich. In der zweiten Halbzeit hatten wir zu wenig den Ball, auch weil Hertha eine gute Dominanz im Ballbesitz ausgestrahlt hat. Wir haben aus unseren Umschaltbewegungen zu wenig gemacht, haben uns zu wenig Bälle durch Tiefensprints erlaufen. Durch eine Standardsituation konnten wir nach dem 1:1 noch einmal zurückschlagen, nachdem wir die Kontrolle verloren hatten."

Ante Covic (Hertha BSC): "Wir hatten eine gewisse Stabilität in der ersten Halbzeit. Wir hatten die ersten zwei Möglichkeiten, obwohl wir nicht so viel im Ballbesitz waren. In der zweiten Halbzeit hatten wir riesen Möglichkeiten und auch mehr eigene Ballbesitzphasen. Aber im Moment ist es so, dass wir sehr viel Aufwand betreiben müssen, um ein Tor zu schießen. Allein die Statistik: Wir hatten 16 Torschüsse auswärts - das ist unfassbar. Aber wir haben nur ein Tor erzielt. Gerade in Phasen, wo du das Spiel gut kontrollierst, Lücken reißt und auch in die Tiefe spielst: Da muss der Ertrag einfach größer sein." 

Martin Schmidt (FC Augsburg): "Der Matchplan war in der ersten und zweiten Halbzeit jeweils ähnlich. Es war klar der Plan, gleich Balleroberungen zu haben. Das ist etwas, was uns gut liegt. Natürlich wollten wir kompakt sein, daran haben wir intensiv gearbeitet. In der zweiten Halbzeit haben wir es nach vorne nicht mehr so gut hingekriegt. Aber wir wussten, dass es gegen Frankfurt auch nicht immer so schön sein kann. Und dann gehört es eben auch zum Matchplan, dass wir weiter kompakt stehen - auch wenn es etwas tiefer wird. Wir wollten dann die Sturmspitzen durchwechseln, frische Kräfte bringen, um vorne nochmal anlaufen zu können. Aber das ging aus verschiedenen Gründen nicht und deshalb konnten wir nicht mehr herausrücken. Aber: Wir haben die Flanken gut verteidigt, was eine große Herausforderung gegen Frankfurt ist. Wir müssen noch besser im Ballbesitzspiel werden, auch unter Druck. Da wollen wir hinkommen."

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Adi Hütter (Eintracht Frankfurt): "Augsburg ist eine Mannschaft, die sehr gut und kompakt verteidigt und viel Tempo nach vorn hat. Da brauchst du eine sehr gute Ballkontrolle und Kontersicherung. Uns war es wichtig, genug Spieler hinter dem Ball zu haben, um das verteidigen zu können bei Ballverlust. Gleichzeitig geht es darum, selbst Torgefahr auszustrahlen. Aber wir haben Augsburg die Konter ermöglicht. Wir haben zu hoch gestanden, wenn wir geflankt haben und waren bei den zweiten Bällen nicht präsent genug. Augsburg hatte einen guten Matchplan, ist mit drei, vier Spielern sofort in die Tiefe gegangen. Bei uns hat die Rückwärtsbewegung nicht so gepasst. In der zweiten Halbzeit nach dem Rückstand haben wir versucht,  das Spiel noch mehr an uns zu reißen. Augsburg hat sehr tief gestanden. Aber wir haben aus dem Ballbesitz zu wenig gemacht, auch wenn wir in der zweiten Halbzeit nichts mehr zugelassen haben."

Urs Fischer (Union Berlin): "Wir haben es gut gemacht, haben im Pressing gut variiert, hatten eine gute Intensität und eine gesunde Aggressivität in den Zweikämpfen. Das ist, was du brauchst, gegen eine so gute Ballbesitzmannschaft wie Bremen. Wir wollten dagegenhalten und ihnen so das Leben schwer machen. Gleichzeitig war es wichtig, wie gegen Dortmund Entlastungsangriffe zu bekommen, über Konter, über zweite Bälle. In den letzten zehn Minuten waren wir am Drücker, aber wir waren im letzten Drittel nicht effizient genug."

Florian Kohfeldt (Werder Bremen): "Union hat einen sehr klaren Plan, erzeugt immer Stress, ist sehr unangenehm zu bespielen. Dagegen sind wir mit viel Bereitschaft angegangen. Da ist es manchmal wichtiger, die Zweikämpfe zu führen, als schön herauszuspielen, das ist nicht immer leicht. Das hat Union auch gegen Dortmund gezeigt. Es ist trotzdem entscheidend, eine gewisse Geduld im Spiel zu haben und Kontrolle hineinzubringen. Das haben wir versucht gegen einen positiv-ekligen Gegner, der mit sehr viel Härte und Leidenschaft gegen den Ball arbeitet."

Achim Beierlorzer (1. FC Köln): "Gladbach hat klar die Zweikämpfe gewonnen, wir mussten viel hinterherlaufen. Die wenigen Umschaltmomente haben wir nicht so konsequent ausgespielt. Vor dem 1:0 hätten wir auf der Außenverteidigerposition den Raum schließen müssen. In der Halbzeit haben wir betont, dass wir mit mehr Mut in die Zweikämpfe gehen müssen. Es ist schwierig, gegen Gladbach zu spielen, aber wir hätten klarer in den Zweikämpfen sein müssen. Wir haben uns zu wenig durchgesetzt. Gegen Plea, Thuram und Embolo ist das nicht einfach, aber wir haben diese Aufgabe einfach nicht so gut gelöst. Die Zweikampfquote sprach nicht für uns, das war entscheidend."

Marco Rose (Borussia Mönchengladbach): "Inhaltlich waren wir sehr mutig mit dem Ball und sehr gut gegen den Ball in der ersten Halbzeit. Nach der Pause war klar, dass Köln noch mehr probieren würde. Da haben wir etwas Zugriff verloren. Wir haben uns zu wenig gut ohne Ball bewegt. Die langen Bälle haben wir dennoch gut verteidigt und wir haben insgesamt wenig zugelassen. Das war wichtig, wir kennen die Kopfballstärke von Cordoba und Modeste. Heute war es wichtig, spielerische Lösungen zu finden in einem Derby, wo es viel um Zweikämpfe, viel um Intensität geht. In der zweiten Halbzeit haben wir durch die schwächeren Bewegungen ohne Ball aber etwas Kontrolle verloren."

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Tags: Borussia Dortmund, Lucien Favre, FC Augsburg, Martin Schmidt, Borussia Mönchengladbach, Marco Rose , Bayer Leverkusen, Peter Bosz, Werder Bremen, Florian Kohfeldt, Hertha BSC, Ante Covic, Urs Fischer, Achim Beierlorzer , Eintracht Frankfurt, Adi Hütter, Mainz 05

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