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Die Taktik-Stimmen zum 5. Spieltag (Teil 1)

Welche Trainer waren mit den Leistungen ihrer Teams zufrieden, wo gab es Probleme? Taktikfuechse.de hat gut zugehört und die Taktik-Stimmen des fünften Spieltags zusammengefasst.

Sandro Schwarz (FSV Mainz 05): Schalke ist besser ins Spiel gekommen und hatte die eine oder andere Abschlussmöglichkeit. In Halbzeit eins war das große Problem, dass wir aus den Umschaltbewegungen viel haben liegen lassen. Im Positionsspiel waren wir zu unpräzise, sodass Schalke immer wieder gut organisiert in seine Balleroberung reingekommen ist und dann auch seine Umschaltmöglichkeiten hatte. Dementsprechend hat Schalke dann auch das Führungstor erzielt. Die zweite Halbzeit ging komplett an uns, zumindest 35-40 Minuten. Wir haben dann auch die Räume gefunden, über die wir auch in der ersten Halbzeit schon gesprochen haben. Wir wussten, welche Räume wir anspielen müssen. Folgerichtig haben wir dann auch den Ausgleich erzielt.

David Wagner (FC Schalke 04): Die erste Halbzeit war in Ordnung. Wir wollten im Ballbesitz eher im 4-3-3 agieren gegen die Raute. Das hat relativ gut funktioniert. Wir haben sehr gut auf die zweiten Bälle reagiert, die haben wir sehr, sehr gut gewonnen. Die zweite Halbzeit war dann einfach 40 Minuten lang nicht gut. Im Ballbesitz waren wir sehr fehlerhaft, sehr fahrig.  Wir haben zu schnell den Ball verloren und dann sind die Räume natürlich fürs Gegenpressing nicht da. Die Räume waren viel zu groß. Das hat Mainz dann im Konter sehr gut bespielt.

Urs Fischer (Union Berlin): Ich glaube, es war über 90 Minuten eine klare Angelegenheit. Die ersten 25 Minuten war ich enttäuscht von unserem Auftritt. Ich glaube, da haben wir alles vermissen lassen, was uns eigentlich bis dahin ausgezeichnet hat. Wir waren gegen und mit Ball nicht wach genug für die Aufgabe. Wir legen das Ding zweimal fast selber auf, das nutzte Leverkusen eiskalt aus. Wir wollten sicherlich kompakt stehen, wollten aber gleichzeitig immer wieder Druck ausüben. Ich glaube, bewegt haben wir uns nicht schlecht, aber ohne in den Zweikampf gehen zu wollen. Das ist dann schlussendlich nicht ausreichend. Wir haben gegen den Ball nicht unser Level gefunden und waren offensiv nicht durchschlagskräftig.

Peter Bosz (Bayer 04 Leverkusen): Die Jungs haben sehr gut angefangen. Wir hatten ein hohes Balltempo. In dieser Phase haben wir ja auch Tore erzielt. Da haben wir sehr gut gespielt. Ich war zufrieden damit, wie wir es gegen eine kompakte Mannschaft wie Union im Positionsspiel gelöst haben. Ich glaube aber, nachher war der eine oder andere Spieler auch etwas müde. [...] Wir haben Amiri gekauft, weil er ein Spieler ist, der zwischen den Linien spielen kann, einen guten Schuss hat, aber auch ohne Ball Läufe in die Tiefe hat. Da haben wir gesehen, wenn wir die Spiele analysieren, dass wir das doch brauchen.

Martin Schmidt (FC Augsburg): Das Spiel hatte ein bisschen zwei Gesichter. Ich glaube, die erste Halbzeit war es zur Pause sicher ein glückliches Unentschieden. Wir sind nicht so in die Räume gekommen, in die wir wollten. Nach 20-25 Minuten haben wir es dann angepasst. Wir haben die Systematik etwas verändert und sind höher angelaufen. Dadurch kamen wir zum Ausgleich. Wir wussten, dass Freiburg das Spiel sehr gut eröffnen kann. In der zweiten Halbzeit haben wir uns solide gezeigt und damit einen Punkt verdient. Es ist wichtig, dass wir mittlerweile sehr kompakt sind und unsere Umschaltmomente bekommen. Wir können auch mehr wechseln zwischen tiefem Verteidigen und hohem Pressing. Darauf können wir aufbauen.

Christian Streich (SC Freiburg): Wir sind gut ins Spiel reingekommen. Ich habe nicht viele Torchancen gesehen für Augsburg, weil wir es dann auch gut verteidigt haben. Mit dem Ball hatten wir ein paar Missverständnisse das ein oder andere Mal, aber da jammern wir natürlich auf hohem Niveau. Die letzten zehn, zwölf Minuten haben wir auch nach vorne gespielt. Aber Augsburg ist extrem gefährlich mit den Kontern, weil sie die Bälle dann meistens lang über die Abwehr chippen: meistens spielt Max über die Kette und dann machen sie Tempo. Richter ist dann auch noch ins Spiel gekommen, Gregoritsch genauso. Das ist gefährlich. Wir hätten vielleicht das 2:0 machen müssen in den ersten 25 Minuten. Die Effizienz hatten wir nicht. Augsburg hat extrem hart verteidigt, wie wir in Hoffenheim phasenweise. Und dann klappt halt nicht alles und du musst auch noch aufpassen. Denn wenn du einen Fehler machst, kann Augsburg gut umschalten. Wir waren nicht ballsicher genug, um noch besser zu sein. Denn deshalb hatten wir auch nicht die großen Torchancen. 

Steffen Baumgart (SC Paderborn): Wir haben ein sehr intensives Spiel gesehen. Ein Spiel, wo meine Jungs immer wieder versucht haben, nach vorne zu spielen. Wir hatten viele Möglichkeiten. Wir waren sehr gut im Spiel und hätten dann vielleicht die ein oder andere Situation besser nutzen können im letzten Drittel. Dann gehen wir durch eine sehr sehr gute Einzelleistung in Rückstand. Trotzdem haben wir weiter versucht, mit Power nach vorne zu spielen. Aber wir haben wieder mal in solchen Phasen den einen oder anderen kleinen Fehler gemacht, der große Auswirkung hat. Gerade nach dem 2:0 sind wir sofort wieder gekommen. Das Risiko ist bei dem Spielstand natürlich immer da, weil die Hertha sehr gut kontert. Wenn die Gegner tief stehen, wird es schwer für uns, weil wir dann unser Tempo nicht mehr so gut ins Spiel bekommen.

Ante Covic (Hertha BSC Berlin): Wir machen das 1:0 durch eine herausragende Aktion. Ich finde aber, dass wir in der ersten Halbzeit nicht so gut im Spiel waren, wie wir uns das vorgestellt haben. Paderborns größte Stärke ist das Umschaltspiel. Deshalb haben wir auch in der ersten Hälfte unser Bewusstsein darauf gelegt, dass wir nicht unbedingt den Ball haben müssen. Wir wollten ihn eher Paderborn geben und dann schauen, dass wir aus dem Umschaltspiel unsere Möglichkeiten suchen. Das haben wir gemacht. In der Halbzeit haben wir dann ein bisschen was korrigiert haben, sodass wir besser im Spiel waren. Nach dem 2:0 waren wir sehr effizient. Es ist mit Sicherheit so, dass wir eine gewisse Stabilität in unserem Spiel brauchen. Wenn du nach vier Spielen einen Punkt hast, dann kannst du nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen. Es geht darum, enge Abstände zu haben, wo die Jungs sich gegenseitig helfen können. Trotzdem brauchen wir genug Speed in unserem Spiel, damit wir gradlinig und mit wenig Zirkulation zum Torerfolg kommen können. 

Achim Beierlorzer (1. FC Köln):  Ich finde, dass wir in der ersten Hälfte schon richtig gut im Spiel waren. Gegen die Bayern geht es nur mit 100 % Mentalität gegen den Ball. Aus dem Pressing heraus brauchst du die Balleroberung, du musst die Sechser aus dem Spiel nehmen, ihr Tempo verteidigen. Wenn du sie spielen lässt, läufst du Gefahr, überrollt zu werden. Dazu brauchst du selbst im Umschaltspiel eine gewisse Effizienz. Das war der Punkt, der uns gefehlt hat. Wir waren sehr mutig im Verteidigen und in unseren Offensivaktion, aber das letzte Quäntchen hat uns gefehlt.

Niko Kovač (FC Bayern München): Der FC hat das heute sehr gut gemacht, sie haben mutig gespielt und nach vorne verteidigt. Nach 30 Minuten ist der FC immer mehr ins Spiel gekommen, weil wir einfach zu langsam gespielt haben. Und wenn man langsam spielt, kommt der Gegner immer mehr in Situationen, wo er dich pressen kann. So erzwingt er dann Fehler. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht. Wir haben schneller gespielt, Chancen kreiert. Wichtig ist, dass wir die Ballzirkulation mit Tempo machen. Dann ist es für jeden Gegner schwer, uns anzulaufen und wir können über das Pressing hinweg spielen.

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