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Die Taktik-Stimmen zum 6. Spieltag (Teil 1)

Wie jede Woche: Die Taktik-Stimmen des Spieltags sind da!

Adi Hütter (Eintracht Frankfurt): Wir haben über 90 Minuten ein sehr kampfbetontes Spiel gesehen und hatten nach der Pause mit den beiden Toren die richtigen Momente. Der letzte Pass hat bei uns manchmal gefehlt, aber die Mannschaft hat 90 Minuten lang gefightet. Gegen Union ist es nicht einfach, weil sie sehr kompakt stehen. Wir wollten spielerische Lösungen finden, das hat manchmal nicht so geklappt. Vor allem im letzten Drittel fehlte uns die Zielstrebigkeit. 

Urs Fischer (Union Berlin): Die Eintracht war nach der Pause sehr effizient. Was wir zuließen, haben sie eiskalt ausgenutzt. Das hat den Unterschied gemacht. Wir wollten wieder kompakt stehen und nicht zulassen, dass Frankfurt nach vorne spielen kann. Sie haben eine spielstarke Dreierkette und suchen schnell die Tiefe. Es war wichtig, sie nicht in das Zentrum zu lassen. Wir waren präsent und hatten im Umschaltspiel unsere Optionen. Aber wir haben in gewissen Phasen des Spiels nachgelassen und waren bei unseren Abschlüssen nicht präzise. 

Peter Bosz (Bayer Leverkusen): Der Sieg war für uns nicht so einfach, weil Augsburg versucht hat, uns mehr unter Druck zu setzen. Das haben wir nicht erwartet. Wir haben erwartet, dass sie tiefer stehen und auf Konter spielen. Wie in den letzten Wochen auch. Aber wir haben trotzdem versucht, nach vorne Druck zu machen über Positionsspiel. Es ist wichtig, unter Druck ruhig zu bleiben, die Räume zu finden. Erst dann kannst du Tempo machen.

Martin Schmidt (FC Augsburg): Wir wollten heute mutig auftreten, nach vorne verteidigen und hoch anlaufen. Wir haben versucht in der gegnerischen Hälfte sowie in der Mittelfeldzone Bälle zu erobern, um dann schnell umzuschalten. Wir hatten einige Umschaltmöglichkeiten, aber der letzte Pass und unser Vertikalspiel haben heute nicht gut funktioniert. Wir sind oft hängen geblieben oder waren zu ungenau. Wir haben trotzdem nicht viel zugelassen gegen einen Gegner, von dem wir wussten, dass er sehr viel Ballbesitz haben wird. Aus unserem Spiel mit dem Ball müssen wir mehr machen. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr Ballbesitzanteile gehabt und konnten uns auch mal in der gegnerischen Hälfte festsetzen. Aber das 0:2 hat uns dann den Stecker gezogen. 

Marco Rose (Borussia Mönchengladbach): In der ersten Halbzeit war es ein schwieriges Spiel mit vielen Fehlern auf beiden Seiten. Insgesamt war es sehr offen und ausgeglichen. Wir haben dann das 1:0 gemacht, sind in unsere Umschaltmomente gekommen und konnten entsprechend nachlegen. Trotzdem bleibt es ein Thema, wie wir uns im Ballbesitz bewegen, Räume freiziehen, Dynamik schaffen. Wenn wir ins Tempo kommen, haben wir viel Qualität. Gegen den Ball müssen wir das eine oder andere analysieren und besser machen. In der Bundesliga musst du alles können: offensiv, defensiv, verlagern, geduldig sein, Umschaltspiel. Sonst wird es schwer gegen Mannschaften mit der Qualität von Hoffenheim.

Alfred Schreuder (TSG Hoffenheim): Wir haben mutig nach vorne gespielt und viele Torchancen herausgespielt. Wir haben vorne die Tore nicht gemacht, aber defensiv war es recht ordentlich. Nach dem 0:2 sind mehr Räume entstanden. Ich habe eine Mannschaft gesehen, die sich fußballerisch gut entwickelt. Wir mussten im Rückstand vertikaler im Spielaufbau sein. Oft war es ein 2 gegen 1 auf dem Flügel. Wenn der Gegner mit drei Leuten anläuft, wird es zum 4 gegen 3 und auf beiden Seiten spielst du immer 2 gegen 1. Wir wussten, dass Gladbach eine Mannschaft ist, die sehr viel Wucht entwickeln kann. Deshalb ist es gerade wichtig, dass du es fußballerisch löst und Entlastung bekommst. Wenn du nur verteidigst, tun sie dir mit ihrem Tempo und ihren Dribblings weh. Wir wollten keinen reinen Defensivfußball spielen.

Oliver Glasner (VfL Wolfsburg): Ich bin sehr stolz auf die Spieler, mit welcher Leidenschaft sie hinten raus verteidigt und sich in jeden Ball reingeschmissen hat. Wir wollten mit aller Macht die Null halten. Gerade gegen Mainz ist das wichtig, weil du selbst nicht so viele Chancen bekommst im Normalfall. Sie haben eine gute Kompaktheit. Wenn du dann kein Gegentor bekommst, ist das sehr wichtig. Im Spielaufbau hatten wir nach den letzten Wochen Luft nach oben, aber das ist normal. Es geht darum, aus dem 3-4-3 Vertikalität im richtigen Moment zu entwickeln. Die Gegner versuchen sich natürlich darauf einzustellen, Sandro hat heute auf 4-3-3 gewechselt. Aber dafür sind wir Trainer da, dass wir dafür Lösungen entwickeln.

Sandro Schwarz  (FSV Mainz 05): Wir sind nicht gut reingekommen ins Spiel mit dem Eckball gegen uns, der den Rückstand für uns bedeutete. Danach hatten wir keine gute Kontrolle im Spiel mit und gegen den Ball. In der Pause haben wir dann einen Strukturwechsel vorgenommen, haben auf  4-3-3 umgestellt, um vorne mit drei Spielern noch aggressiver anzulaufen. Das haben wir dann sehr gut umgesetzt und hatten unabhängig der Grundordnung mehr Energie im Spiel gegen den Ball und auch viele Flanken aus dem Spiel heraus. Jedoch haben wir aus mehreren Möglichkeiten nichts gemacht.

David Wagner (FC Schalke 04): Wir haben heute ein tolles Fußballspiel gesehen mit extrem viel Intensität, Tempo, rassigen Zweikämpfen und Torsituationen von beiden Mannschaften. Leipzig kam gut ins Spiel und hatte auch die ersten beiden Großchancen. Dann gingen wir nach einer Standardsituation mit 1:0 in Führung. Gegen Leipzig ist es immer gefährlich, sie haben ihr Positionsspiel, sie können kontern. Da ist es wichtig, immer konzentriert zu sein und als Mannschaft 100 % gegen den Ball zu arbeiten. Nach vorne sind wir immer in der Lage, unsere Situationen zu haben. Die Basis ist aber, dass du es gut verteidigst. Dann hast du auch deine Balleroberungen. 

Julian Nagelsmann (RB Leipzig): Insgesamt haben wir zu selten das Spiel verlagert, was gut gegen die Raute funktioniert hätte. Mit sehr viel Fläche vor uns haben wir teilweise zu lange gebraucht oder haben uns sehr viel auf der Ballseite festgespielt. Schalke hat in der Box und auch in der Zone davor unglaublich aggressiv und sehr gut verteidigt. Dafür waren wir nicht ballsicher genug in den vorderen Positionen. Wir haben heute den Switch gemacht zwischen Dreierkette mit Ball und Viererkette bei gegnerischem Ballbesitz. Dafür haben wir einen Halb- oder Zentralverteidiger opfern müssen für etwas offensiveres. Heute haben wir mit Ball anders aufgebaut, um bessere Verlagerungsräume zu bekommen. Als Trainer war für mich die Frage:  Holst du einen der Sechser in den Dreieraufbau zurück oder holst du einen Mittelfeldspieler auf eine breitere Flügelposition? Wir haben uns entschieden, es im Zentrum so zu lassen, sowohl im Aufbau wie auch im Verteidigen und eher auf dem Flügel die Verschiebung zu machen. Am Ende muss man aber sagen, dass wir Schalke etwas in die Karten gespielt haben. Sie lieben es auf kleinem Raum zu verteidigen - und den Gefallen haben wir ihnen getan, weil wir mit Ball nicht die Lösungen hatten, die ich mir gewünscht hätte.

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