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Die Taktik-Stimmen zum 6. Spieltag (Teil 2)

Nach Teil eins der Taktik-Stimmen folgt am Dienstag was? Genau, Teil zwei. U. a. mit Niko Kovac und Lucien Favre, die beide nicht ganz zufrieden waren.

Niko Kovac (FC Bayern München): Wir haben uns das Spiel selbst schwer gemacht. Wir hätten das Spiel bereits in der ersten Halbzeit entscheiden können und müssen. Der Ball lief gut, wir haben ihn gut zirkuliert und dann die Tiefe gefunden. Das war, wie ich mir das vorstelle. Das Problem war lediglich die Chancenverwertung. In der zweiten Halbzeit haben wir Paderborn dadurch ins Spiel gebracht. Da war die Art und Weise nicht gut. Paderborn konnte seine Stärken ausspielen, sie haben viel Tempo und agieren sehr mutig, wenn sie Raum vor sich haben. Das haben wir zu häufig zugelassen.

Steffen Baumgart (SC Paderborn): Bayern war im Abschluss nicht konsequent. Deshalb sind wir im Spiel geblieben. Wir wollten bei unserem Spiel bleiben und mutig nach vorne spielen und nach vorne verteidigen. Das kann natürlich dazu führen, dass du gegen Bayern auch mal Räume preisgibst. Aber wenn du nur mauerst und dich hinten rein stellst, geht es erst Recht schief gegen eine solche Mannschaft. In der zweiten Halbzeit ging es dann in die Richtung, in die wir das Spiel haben wollten. Richtung Schlagabtausch. Logischerweise ist mehr nicht drin, wir können nicht gegen Bayern dominieren. Es war in vielen Phasen schon nahe an unserer Grenze.

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Florian Kohfeldt (Werder Bremen): Wir haben ein aufregendes und wechselhaftes Fußballspiel erlebt. Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen, insbesondere für die zweite Halbzeit, in der wir mutiger mit Ball gespielt haben. In der ersten Halbzeit war es auch schon der Plan mehr Ballbesitz zu haben. Gegen Dortmund ist Ballzirkulation möglich, du musst dafür den Mut haben. Wir haben in der ersten Halbzeit zu früh und zu viel auf Konter gespielt. Wenn es einmal klappt, wie beim 1:0, neigt man vielleicht dazu, nur noch auf Konter zu gehen. Wenn Dortmund so viel den Ball hat, ist es schwierig. Wir hatten am Flügel viele Situationen, wo wir hätten zupacken können, es aber nicht getan haben. Wir haben gewartet, bis Dortmund aus dem 1 gegen 1 ein 2 gegen 1 gemacht hat. Dann lässt Dortmund dich laufen, sie ziehen dich auf die eine Seite, spielen auf die andere. Und irgendwann kommst du nicht mehr hin. In der zweiten Halbzeit haben wir uns Ballbesitz geholt.

Lucien Favre (Borussia Dortmund): Wir haben sehr gut angefangen, dürfen aber nicht ein so frühes Gegentor bekommen. Wir haben da einen großen Fehler gemacht, haben darauf aber sehr gut reagiert. In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel nicht so gut kontrolliert wie wir es wollten. In der zweiten Halbzeit haben wir zeitweise sehr gut gespielt und Torchancen kreiert. Wir hatten viel Ballbesitz, haben aber nicht immer die richtige Entscheidung getroffen. Mit Pässen hätten wir Werder mehr destabilisieren müssen. Aber wir haben Bälle verloren und sie haben sehr gefährlich gekontert. So ist es schwer Spiele zu gewinnen. Manchmal spielen wir zu hektisch. Wir wollen zu früh nach vorne, gehen zu viel ins Dribblings. Aber das ist nicht einfach gegen Bremen. 

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Christian Streich (SC Freiburg): Zu Beginn war das Spiel eher taktisch. Es war ein umkämpftes, aber kein schlechtes Spiel. Düsseldorf hat die Zwischenräume immer wieder gefunden. Das war schwierig für uns. Ich habe einige gute Ballbesitzszenen gesehen. Auch Düsseldorf hat die ein oder andere schwierige Situation gehabt, wenn wir im Spielaufbau waren, weil wir uns dann gut in die Zwischenräume bewegt haben. In der zweiten Halbzeit verschießen wir den Elfmeter und Düsseldorf vergibt eine hundertprozentige. Das wäre für uns der Rückstand gewesen, doch dann machen wir unser Tor. Eigentlich waren beide Mannschaften auf Augenhöhe. 

Friedhelm Funkel (Fortuna Düsseldorf): Zurzeit haben wir das Momentum und das Glück nicht auf unserer Seite. Es war ein umkämpftes Spiel, in dem wir mehr Spielanteile gehabt haben. Freiburg spielt sehr guten Fußball, da war es wichtig, kompakt und eng zu verteidigen. Außerdem wussten wir, dass sie einen sehr guten Plan in der Defensive haben. Wir wollten das Spiel öffnen und dann die Räume finden. Nur über den langen Ball geht es nicht.

Ante Covic (Hertha BSC): Am Anfang hatte Köln zwei Möglichkeiten, die wir überlebt haben. Wir hatten in der ersten Halbzeit sehr gute Umschaltmomente. Dann kam die rote Karte für Köln. Es ist kein Selbstverständnis, zehn Spieler so zu dominieren. Es ist dann wichtig, sich nicht nur auf das Spiel gegen den Ball zu verlassen. Das haben wir sehr gut gemacht, das war ein wichtiger Schritt. Wir haben außerdem brutale Standards gut verteidigt, da waren wir sehr präsent.

Achim Beierlorzer (1. FC Köln): Wir haben sehr gut kombiniert und uns zwei hundertprozentige Kopfballchancen erspielt. Für solche Kombinationen müssen wir uns belohnen. Durch eine Passivität geraten wir dann in Rückstand. Da müssen wir besser nach vorne verteidigen und Druck auf den Ballführenden machen. Nach der Pause wollten wir auch in Unterzahl unsere Chance suchen, bekommen dann aber zwei Gegentore, die wir viel zu passiv verteidigen. Mit dem 0:4 war das Spiel dann entschieden. Wir wissen alle, was es bedeutet, in der Bundesliga ein Spiel in Unterzahl bestreiten zu müssen. Die Mentalität stimmt, nur müssen wir situativ aktiver verteidigen. In der Bundesliga ist für uns das Spiel gegen den Ball ganz entscheidend. Das war nicht auf dem Niveau, wir wie es brauchen.

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Tags: FC Bayern, Niko Kovac, Bundesliga, Borussia Dortmund, Lucien Favre, SC Paderborn, Steffen Baumgart, SC Freiburg, Christian Streich, Werder Bremen, Florian Kohfeldt, Hertha BSC, Ante Covic, Achim Beierlorzer , 1. FC Köln, Friedhelm Funkel, Fortuna Düsseldorf

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