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Die Taktik-Stimmen zum 4. Spieltag (Teil 1)

Taktikfuechse.de hat mal wieder die Ohren gespitzt: Was haben die Trainer nach dem vierten Spieltag taktisch so von sich gegeben? Wir wissen es.

Julian Nagelsmann (RB Leipzig): "Wir hatten einen undankbaren Start. Insgesamt hatten wir sehr wenig Zugriff. Wir hatten auch nicht den Mut, hinten aus der Kette in den Halbräumen gegen Müller oder Coman zu verteidigen. Wir waren dann hinten sehr häufig in sehr großer Überzahl und vorne in sehr großer Unterzahl. Grundsätzlich hätten wir schon in der ersten Halbzeit umstellen müssen. Das haben wir nicht gemacht, weil wir keinen Spieler in der Dreierkette hatten, den wir gegen die Bayern schnell auf die Sechs hätten ziehen können. Das ist ein Prozess, dass wir schnell einen Spieler aus der Abwehr lösen und auf zwei Sechser gehen können. Quasi: einen Spieler hinten opfern und vorne einen Spieler mehr auf Bayern jagen. Das haben wir dann in der zweiten Halbzeit gemacht. Da waren wir sehr gut im Spiel. In den letzten zehn Minuten waren dann viele Konter, bei uns waren die Abstände zu groß. Bayern hat nochmal ein bisschen umgestellt, hat mit Tolisso einen Spieler gebracht, der sich gut im Raum bewegt hat hinter unserem Mittelfeld. Da war es am Ende wieder etwas schwieriger." 

Niko Kovac (FC Bayern): "Es war ein Topspiel. Wir haben in der ersten Halbzeit mit das beste Spiel gemacht, seit ich hier bin. Wir haben eine Dominanz gehabt. Wir haben es nur versäumt das zweite oder dritte Tor zu machen. Wir wussten, dass Leipzig in der zweiten Halbzeit mehr Druck machen wird. Wir wussten, dass sie dann auch umstellen werden. Das haben sie auch getan und Leipzig kam richtig gut ins Spiel. Wir hatten etwas Probleme und in der zweiten Halbzeit war es ein Schlagabtausch."

Steffen Baumgart (SC Paderborn): "Wir haben in unserem Spiel zu viele Fehler gemacht. Wir hatten einige gute Ballgewinne, waren vorne aber nicht in der Lage, den Ball zu sichern. Bei vier von fünf Toren waren wir hinten in Überzahl, haben es aber nicht geschafft, den Ball zu verteidigen. So hat man gegen eine so starke Mannschaft keinen Stich. Die Jungs haben viel gearbeitet, aber selbst, wenn wir Räume hatten, gab es viele Fehlpässe, viele technische Fehler. Mit ein, zwei Umstellungen in der zweiten Halbzeit wollten wir wieder Ordnung reinbekommen, aber das hat nicht gefruchtet. So können wir nicht bestehen."

David Wagner (Schalke 04): "Paderborn ist ein Gegner, der im Umschaltspiel auf richtig gutem Niveau agiert. Das hat sich beim 1:0 gezeigt und wir haben schlecht verteidigt. Es war ein guter Konter von Paderborn mit einer starken Flanke. Das ist typisch für sie. Nach einer Führung kann Paderborn dir normalerweise richtig wehtun durch ihre Konterstärke und ihr Tempo. Gegen einen solchen Gegner ist es wichtig, längere Ballbesitzpassagen zu haben, um die Räume im Positionsspiel für den Moment des Ballverlusts zu schließen. So kannst du das Gegenpressing vorbereiten. Dazu ist es wichtig, vorne immer wieder anzulaufen. Die Jungs haben wahnsinnig hungrig verteidigt. Wir haben es gegen den Ball und im Ballbesitz gut gemacht. Das war heute eine runde Sache."

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Alfred Schreuder (TSG Hoffenheim): "Es sah in vielen Momenten kontrolliert aus, aber es fehlte der Biss nach vorne zu gehen. Obwohl die Räume da waren, sind wir nicht ins Tempo gekommen. Im letzten Drittel waren wir nicht gut genug. Freiburg ist gut organisiert und spielt mit guten Stürmern vorne. Sie haben ein paar Mal die Räume hinter unserer Kette genutzt. Wir haben umgestellt in der Halbzeit auf 4-3-3. Aus unserer Sicht war das keine zu späte Umstellung. Rudy und Grillitsch sind defensive Sechser, aber sie können beide auch gut nach vorne spielen. Ich bin einverstanden mit der These, dass wir zu defensiv gespielt haben. In der ersten Halbzeit haben wir Geiger aber oft noch im Rücken der Freiburger Sechser gefunden. Doch dann fehlte uns das Tempo. Und es muss einer der beiden Sechser mit nach vorne. Das ist uns nicht gelungen und daher haben wir die Umstellung gemacht."

Christian Streich (SC Freiburg): "Man muss sagen, dass die drei Spieler in der vorderen Linie schon alle drei einen extremen Aufwand betrieben haben. Sie haben nicht aufgehört, den Gegner unter Druck zu setzen. Wenn wir den Ball hatten, haben wir mit einer guten Ballsicherheit gespielt und uns Chancen erarbeitet. Wir hatten dazu eine günstige Spielentwicklung mit dem 1:0. In Hoffenheim kannst du nur bestehen, wenn du viel gegen den Ball arbeitest und mit Ball gut Fußball spielst. Das ist gelungen."

Oliver Glasner (VfL Wolfsburg): "Wir haben nur 43 % Zweikämpfe gewonnen, so kannst du in Düsseldorf nicht gewinnen. Wir haben zu wenig kombiniert, hatten zu wenig Läufe in die Tiefe. Im Angriffsdrittel hat die Genauigkeit gefehlt. Gegen Düsseldorf musst du gute Lösungen mit Ball haben, die hatten wir nicht immer. Aber es ist auch nicht einfach, weil du immer gegen die Konter gewappnet sein, genug Absicherung haben musst. Sonst läufst du ins offene Messer. Da fehlte uns noch die Balance zwischen Mut und Stabilität. Wann spiele ich den Ball tief und riskiere mal etwas und wann sichere ich den Ball, um Düsseldorf auseinanderzuziehen?"

Friedhelm Funkel (Fortuna Düsseldorf): "Wir sind gut in die Zweikämpfe gekommen und haben mutig nach vorn gespielt. Manchmal fehlte uns die Genauigkeit im Spiel nach vorne. Wolfsburg ist eine taktisch sehr, sehr gut organisierte Mannschaft. Es ist schwierig gegen das sehr offensive und aggressive Pressing zu bestehen. Das war nicht perfekt, aber wir haben dagegen gehalten und versucht, Bälle zurückzuerobern." 

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Tags: FC Bayern, Niko Kovac, Schalke 04, David Wagner, VfL Wolfsburg, Oliver Glasner, SC Paderborn, Steffen Baumgart, SC Freiburg, Christian Streich, RB Leipzig, TSG Hoffenheim, Alfred Schreuder, Friedhelm Funkel, Fortuna Düsseldorf, Julian Nagelsmann

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