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Taktikfuechse-Spieler des Spieltags: Breel Embolo

An dieser Stelle wollen wir in Zukunft jeden Spieltag einen oder mehrere Spieler des Spieltags küren. Ausschlaggebend für die Nominierung können dabei sowohl überragende Einzelleistungen als auch spannende taktische Rollen sein, die dem eigenen Team an diesem Spieltag besonders geholfen haben. Diese Woche mit dabei: Breel Embolo. 

Embolo hat eine Schlüsselrolle im System

Bislang agierte die Borussia aus Mönchengladbach unter Rose meist in einem 4-Raute-2. Gegen Leipzig wählte Rose erstmals in einem Pflichtspiel eine andere Grundordnung und setzte auf ein flexibles 4-2-3-1. Eine Schlüsselrolle in diesem System nahm Breel Embolo ein.

Der Schweizer lief nominell als Zehner auf, genoss vom Zehnerraum aus aber viele Freiheiten. Zwischen der eigenen Sturm- und Abwehrreihe durfte er sich fast überall positionieren. Mal bewegte er sich mehr in die Tiefe und suchte die Nähe zur Sturmspitze Plea. Viel häufiger aber ließ er sich fallen und unterstützte die beiden Sechser im Spielaufbau. Es gab dabei vereinzelt sogar Szenen, in denen Embolo der tiefste aller Gladbacher Mittelfeldspieler war. Aus diesen tiefen Räumen hatte er aber meist wenig Einfluss auf das Spiel, weil der Aufbau eher über die Sechser oder Außenverteidiger lief. 

Wichtiger wurde Embolo in etwas höheren Zonen. Meist bewegte er sich dort entweder kurz vor oder kurz hinter der Leipziger Mittelfeldreihe. Von dort aus konnte er den Ball zwischen den Ketten annehmen, schnell aufdrehen und auf die Abwehr zulaufen. Dabei entwickelte er dank seines wuchtigen Körpers und seines Antritts eine Dynamik, die man so in der Bundesliga nur selten sieht. An diesem Abend wollte Embolo zudem nicht mit dem Kopf durch die Wand. Stattdessen traf er die richtigen Entscheidungen im richtigen Moment. Wenn der Schnittstellenpass oder der Abschluss möglich war, suchte Embolo ihn. Ansonsten hielt er den Ball und spielte ihn beispielsweise wieder auf die Außen, um das Spiel zu beruhigen.

Embolo zeigt ungeahnte Qualitäten

Erstaunt haben dürften viele dieser Qualitäten vor allem Schalke-Fans. Embolo polarisierte auf Schalke extrem, weil ihm besonders diese Qualitäten im Zwischenlinienraum abgingen. Die Dynamik und die körperliche Präsenz brachte Embolo immer mit. Nicht umsonst bezeichnete ihn Ex-Schalke-Trainer Tedesco einmal als „Panzer“. Mit Ball wirkte er besonders in engen Räumen aber oft geradezu hektisch. Es passierten ihm viele vermeidbare technische Fehler, seine Bewegungen wirkten unkoordiniert und die Streuung in seinen Aktionen war riesig.

In Gladbach scheint Embolo in kurzer Zeit den Entwicklungsschritt gemacht zu haben, der auf Schalke immer ausgeblieben war. Schon am ersten Bundesliga-Spieltag hatte Rose den Youngster - ausgerechnet gegen Schalke - als Zehner einer Raute eingesetzt. Embolo hatte jedoch keine großen Akzente gesetzt und war einer der Hauptgründe dafür, dass die Borussia nur wenig spielerische Lösungen anzubieten hatte. Wenn es die Gladbacher mal vom Flügel zurück ins Zentrum geschafft hatten, scheiterte es oft an Embolo, die richtige Anschlussaktion zu setzen. Nicht wenige Experten fragten sich deshalb, ob er die richtige Besetzung für diese Rolle sein würde.

Die Antwort auf diese Frage gab Embolo am Freitagabend in beeindruckender Manier. Auch gegen Leipzig gehörte es zu seinen Aufgaben, den ballbesitzenden Flügelspieler zu unterstützen. Hierfür begab er sich von der Zehn in den ballnahen Halbraum und zeigte sich dort als ballsicherer Kombinationspartner. Entweder ließ er den Ball direkt auf einen der Sechser klatschen und forcierte so den schnellen Seitenwechsel. Oder aber er sah die Möglichkeit, mit Ball selbst nach vorne zu gehen. Besonders gut harmonierte er dabei mit Marcus Thuram, der auf dem linken Flügel viele long-line-Bälle der Außenverteidiger halten und auf Embolo weiterleiten konnte. 

Die Krönung bleibt aus

Als Sahnehäubchen war Embolo auch im und um den Strafraum sehr bewegungsfreudig und sicher in den Kombinationen. Die Großchance von Plea nach Vorlage von Embolo in Minute neun dient hier als perfektes Beispiel. Dass ihm die endgültige Krönung seines Abends verwehrt blieb und er kurz vor Schluss beim Stand von 1:2 eine gute Kopfballchance ausließ, gehört auch zur Geschichte des Spiels. Das soll die herausragende Gesamtleistung Embolos aber nur geringfügig schmälern.

Tags: Bundesliga, Borussia Mönchengladbach, Marco Rose , Breel Embolo, Spieler des Spieltags

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