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Spaniens nächster Superstar: 5 große La Liga-Talente im Fokus

La Liga hat im vergangenen Jahrzehnt einige geniale Spieler erlebt. Geprägt wurde Spaniens erste Liga vor allem von der Rivalität zwischen Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Doch der Portugiese ist mittlerweile nach Italien abgewandert und auch "La Pulga" befindet sich mit 32 Jahren in einem fortgeschrittenen Alter. Spieler wie Xavi, Iniesta, Iker Casillas, Fernando Torres und Co. haben ihre Karriere bereits beendet oder sind ebenfalls nicht mehr in der Liga aktiv. Und so stellt sich die Frage, welche Akteure das kommende Jahrzehnt dominieren werden. Wir stellen fünf der spannendsten Talente der Liga vor.

Wer nicht den ganzen Text lesen will:

- Ansu Fati ist ein starker Dribbler, der trotz seiner jungen Jahre bereits sehr gute Entscheidungen trifft.

- Takefusa Kubo verfügt über eine herausragende Technik, die er besonders in engen Räumen zur Schau stellt.

- Kang-In Lee spielt als kreativer Zehner und kann im Offensivdrittel per Pass und Dribbling viel Gefahr erzeugen.

- Ferran Torres ist ein guter Kombinationsspieler, der bereits sehr spielintelligent ist.

- Bryan Gil hat einen sehr schnellen Antritt, den er nutzt, um Eins-gegen-Eins-Duelle auf dem Flügel zu gewinnen und dann gefährliche Hereingaben zu liefern.

Ansu Fati: Der Shootingstar der Saison

Der FC Barcelona startete enttäuschend mit einer 1:0-Niederlage gegen Athletic Bilbao in die Saison. Hinzu kamen die Verletzungen von Ousmane Dembele, Lionel Messi und Luis Suarez. Diese Probleme wurden am zweiten Spieltag aber alle bei Seite geschoben, als Ansu Fati zum ersten Mal in La Liga eingewechselt wurde. Nach zwölf Minuten gegen Betis folgte eine gesamte Halbzeit als Einwechselspieler gegen Osasuna. Hierbei brauchte er nur sechs Minuten, um sein erstes Tor zu erzielen. Dadurch verdiente er sich auch seinen ersten Start am vierten Spieltag gegen Valencia. Nach nicht einmal zwei Minuten traf der junge Offensivspieler erneut und legte nur fünf Minuten später das 2:0 auf. Spätestens seit diesem Zeitpunkt hat das Camp Nou einen neuen Liebling.

Fati ist erst 16 Jahre alt, am 31. Oktober wird er 17. Noch ist der in Guinea-Bissau geborene Flügelspieler nicht berechtigt für Spaniens Jugend-Nationalmannschaften zu spielen. Der Verband unternimmt aktuell aber alles, um ihn schnellstmöglich einzubürgern. Fati kommt am liebsten über den linken Flügel, um dann mit seinem starken rechten Fuß ins Zentrum zu ziehen. Den Ball führt er stets sehr eng. Durch seinen geringen Körperschwerpunkt ist er äußerst beweglich und demnach auch nur schwer vom Ball zu trennen. Fati kann schnell Tempo aufnehmen und geht fast immer ins Eins-gegen-Eins. Besonders beeindruckend ist aber, wie er schon jetzt Situationen liest. Als bestes Beispiel dient dafür sein 1:0 gegen Valencia, als sich der Youngster im Rückraum perfekt für einen Pass anbot und dann sicher abschließen konnte. Er hat keine Probleme, sich im Positionsspiel Barcelonas einzufinden, verfügt bereits über eine sehr überzeugende Entscheidungsfindung und bindet auch seine Mitspieler ein.

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Es gibt wenig an Fati zu kritisieren. Natürlich ist er physisch noch nicht sehr weit und kann wohl noch nicht 90 Minuten auf höchstem Level performen. Für sein Spiel ist die Physis grundsätzlich aber auch nicht sonderlich relevant. Durch die bisherigen Leistungen dürfte er sich tatsächlich im Kader der Katalanen festgespielt haben. Auch wenn Suarez, Messi und Dembele wieder (vollständig) genesen sind, dürfte er trotzdem noch einige Einsätze erhalten.

Takefusa Kubo: von Barca zu Real

Takefusa Kubo wurde 2001 geboren, wechselte aber schon 2011, mit nicht einmal zehn Jahren, in die Jugend Barcelonas. 2015 ging es für ihn dann vorerst wieder zurück nach Japan, da seine Spielerlaubnis nach dem Verstoß Barcas gegen Transferrechtlinien beim Verpflichten von minderjährigen Spielern erlosch. In Japan wurde er schnell zum Profi, spielte zuletzt als Stammspieler bei der Copa America und wechselte im Sommer ausgerechnet zu Barcelonas Erzrivalen Real Madrid. Dort konnte er im Training bereits überzeugen, wurde aber, um mehr Spielpraxis zu sammeln, zum Aufsteiger RCD Mallorca verliehen.

Kubo misst nur 1,73 m. Er ist ein kleiner, quirliger Spieler, der eine extrem gute Ballbehandlung hat. Ähnlich wie Fati besitzt er einen sehr geringen Körperschwerpunkt. Und: Der Linksfuß verfügt über einen schnellen Antritt. All dies macht ihn zu einem sehr guten Dribbler und pressingresistenten Spieler. Er spielt zwar nominell auf dem Flügel, zieht aber fast immer ins Zentrum. Dort möchte er an kleinräumigen Kombinationen teilnehmen. Kubo ist nicht nur ein starker Dribbler, sondern auch ein Spieler, der kreative Akzente im Passspiel setzen kann. Mit 18 Jahren wirkt er schon sehr komplett. Setzt er seine Entwicklung wie bisher fort, spricht nichts dagegen, dass er sich auch bei Real Madrid durchsetzen kann.

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Kang-In Lee: vom Fernsehstar zum Profifußballer

Kang-In Lee wurde bereits in jüngstem Alter entdeckt. In einer südkoreanischen Fernsehshow trat er als Sechsjähriger auf und wurde, aufgrund seiner klar zu erkennenden Qualitäten auf dem Fußballfeld, zu einer kleinen Berühmtheit in Südkorea. Ähnlich wie Kubo wechselte er bereits im Alter von zehn Jahren nach Valencia. Seit 2011 ist er nun schon im Nachwuchs der Fledermäuse. Unter dem bisherigen Erfolgstrainer Marcelino bekam er wenig Einsatzzeiten. Nach dem Trainerwechsel darf er sich aber berechtigte Hoffnungen machen, häufiger eingesetzt zu werden. In den Nachwuchsmannschaften Südkoreas überzeugte Lee bereits und führte die U-20 seines Landes zuletzt mit zwei Toren und vier Vorlagen bis ins Finale der U20-WM. Auch aufgrund dieser Leistungen wurde er vor zwei Wochen mit seinem ersten A-Länderspieleinsatz belohnt. 

In Valencias 4-4-2 musste er oft als Flügelspieler spielen. Seine favorisierte Position ist aber die des Zehners. Von dort kann er seine Kreativität am besten ausleben. Der 18-Jährige hat ein starkes Timing im Passspiel, spielt immer wieder intelligent Schnittstellen an. Er kann allerdings nicht nur mit seinem Passspiel, sondern auch per Dribbling Chancen kreieren. Typisch für La Liga ist auch Lee ein feiner Techniker, der nur schwer vom Ball zu trennen ist, gerne Eins-Gegen-Eins-Duelle sucht und sie häufig auch für sich entscheidet.

Ferran Torres: der kongeniale Partner Lees

Ferran Torres ist ein Jahr älter als Lee und spielt zumeist auf dem rechten Flügel. In der vergangenen Saison kam er bereits auf 37 Einsätze, wenn auch meist von der Bank. Im U19-EM-Finale in diesem Sommer erzielte er beide Tore im Finale für Spanien gegen Portugal. Ferran ist mit 1,84 m groß gewachsen für einen Flügelspieler. Anders als die bisher genannten Spieler kommt er nicht über seine Fähigkeiten im Dribbling. Stattdessen positioniert er sich im Offensivdrittel klug und kombiniert gut mit seinen Mitspielern. Sein favorisierter Fuß ist der rechte, der linke ist aber ebenfalls sehr gut ausgebildet. Für Ballbesitzteams dürfte Torres ein äußerst spannender Spieler werden. Wenn er es nicht jetzt schon ist.

Bryan Gil: der Nachfolger von Jesus Navas

Jesus Navas ist einer der bekanntesten Spieler aus der Sevilla-Akademie. Mittlerweile ist er zurück bei Sevilla, wurde zum Rechtsverteidiger umgeschult und erlebt den Aufstieg eines weiteren Talents: Bryan Gil. Der 18-Jährige wurde im letzten Jahr zum ersten Torschützen aus dem 21. Jahrhundert in La Liga. Gil spielt am liebsten auf dem linken Flügel. Auch er ist ein kleiner, quirliger Spieler, der aber vor allem über seinen wahnsinnigen Antritt kommt. Er zieht nicht so häufig ins Zentrum, sondern bleibt lieber auf der Außenbahn. Dort versucht er seinen Gegenspieler auszudribbeln, um den Ball dann ins Zentrum zu bringen. Die Platzierung seiner Flanken und Cut-Backs (wuchtige, flache Pässe vors Tor) sind außergewöhnlich gut. Von all den vorgestellten Spielern ist Gil der geradlinigste. Im Kombinationsspiel mag er nicht herausragen, dafür ist der Youngster in dem, was er tut, enorm effektiv. Mit seinem Spielstil funktioniert er zudem als Einwechselspieler. Über Kurzeinsätze wird er sich an das Niveau der Liga gewöhnen und sich wohl im Team festbeißen können.

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Tags: La Liga

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