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3 Dinge, die bei Werder auffielen

Ja, Werder Bremen legte einen Fehlstart in die neue Bundesliga-Saison hin. Nach zwei unglücklichen Niederlagen stehen 0 Zähler auf dem Punktekonto des Vorjahres-8. Doch wie schon bei der Heimpleite gegen Düsseldorf war auch vergangenen Samstag nicht alles schlecht. 3 Dinge, die bei der Niederlage in Hoffenheim auffielen.

1. oberstes Gebot: kompaktes Zentrum

Bremen konzentrierte sich vor allem darauf, Hoffenheim nicht ins Zentrum zu lassen. Machte Sinn: Die Spielweise der TSG ist auch unter Alfred Schreuder extrem zentrumslastig. Die Hansestädter agierten gegen den Ball im 5-2-2-1 und konterten damit Hoffenheims 5-2-3. Gespielt wurde meist ein Mittelfeldpressing, hohe Pressingphasen waren seltener.

Die Mitte schlossen nicht nur die beiden Sechser, auch Osako und Johannes Eggestein agierten davor sehr eng. Die Fünferkette wurde von Sahin komplettiert, der mit Ball meist den 6er gab, defensiv aber in die zentrale Innenverteidigung rutschte. Ein Kniff, den Kohfeldt schon letzte Saison angewandt hatte.

Pässe auf Sechser Rudy wurden vor allem in Hälfte eins noch zugelassen. Wenn Hoffenheim den Ball in der Dreierkette laufen ließ, sollten Osako und Johannes Eggestein durch sogenannte Deckungsschatten den Pass ins offensive Mittelfeld verhindern. Hatte Rudy den Ball, war dies wiederum Aufgabe der Achter. Wenn der Ball dennoch mal hinter dem Werder-Mittelfeld landete, konnten die Verteidiger aus der Fünferkette gut abgesichert herausrücken und den Gegenspieler nach Außen abdrängen.

Die Fünferkette half zudem auch, schneller am Flügel zu stören. Hoffenheim kombinierte erst im Zentrum, später verlagerten sie (manchmal gezwungenermaßen) nach außen. Heißt: Bremen musste sich erst zusammenziehen, da der Ball im Zentrum war. Als der Ball dann auf den Flügel ging, hatte der jeweilige Außenverteidiger dennoch keinen allzu weiten Weg dorthin. Eine Fünferkette deckt die Breite eben gut ab. Bremen wusste auf diese Weise im Spiel gegen den Ball zu überzeugen. Hoffenheim hatte zur Pause ein klares Ballbesitzplus - viel sprang dabei aber nicht herum.

2. keine flachen Lösungen gegen hohes Pressing

Florian Kohfeldt sprach vor dem Spiel davon, dass man flache Lösungen gegen das hohe Hoffenheimer Pressing finden wolle. Funktioniert hat das nicht. Hoffenheim stellte hoch zu, Pavlenka musste fast immer zum langen Ball greifen. Am Anfang kamen diese noch hin und wieder bei Osako an. Der Japaner konnte die langen Schläge gut behaupten und fand dank des engen Dreiersturms auch Möglichkeiten, sie abzulegen. Je länger das Spiel dauerte, desto ungenauer wurden jedoch Pavlenkas Bälle. In der zweiten Halbzeit fand kaum ein langer Ball sein Ziel. Florian Kohfeldt will auch gegen Pressingteams demnächst sicher mehr spielerische Lösungen sehen. Nach der Partie erklärte er schließlich: "Uns fehlte die Balance, wann wir Chips spielen und wann wir kombinieren. Lange Bälle sind nicht unsere Idee."

3. Zentrumsfokus bleibt - Schwäche bei Standards

Keine Neuigkeit: Auch Werder Bremen spielt gerne übers Zentrum. Dabei helfen im 4-3-3 die extrem weit eingerückten Stürmer. Einer der drei Angreifer (meist Osako) bietet sich immer wieder zwischen Abwehr und Mittelfeld des Gegners an. Diese Elemente waren auch beim Spiel in Sinsheim wieder zu sehen. Auch die langen Bälle gingen immer ins Zentrum. Und wenn Hoffenheim mal tiefer stand, suchten die Bremer Osako ebenfalls zwischen den Linien. Zwar konnte dieser den Ball dann nicht nach vorn weiterleiten, ihn aber zumindest halten und aus dem engen Zentrum wieder herauskommen. Das ermöglichte Bremen, als Team aufzurücken. Dennoch: Beide Teams neutralisierten sich überwiegend in der Mitte. Ein fußballerischer Leckerbissen kam so nicht zustande. In Unterzahl ging Kohfeldt schließlich auf 4-1-3-1, Schreuder hatte zuvor auf ein Dreiermittelfeld umgestellt. Die Konsequenz war also wieder dieselbe: Spielerische Glanzmomente fehlten. Nach dem 2:2 setzte Kohfeldt schließlich endgültig auf Absicherung. Reichen sollte das nicht. Kohfeldt wird in den nächsten Wochen zeigen müssen, dass sein Team auch Ideen hat, wenn das Zentrum dicht ist. Und auch die Schwäche bei Standards wird mit Sicherheit noch einmal Thema an der Weser. Schließlich war sie es, die Werder letztlich Zähler kostete.

Tags: Bundesliga, Werder Bremen, Florian Kohfeldt, Yuya Osako

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