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Taktikfuchs der Woche: Die Ruhrpott-Raute gewinnt

Wir lassen Träume wahr werden. Nach Lucien Favre und Julian Nagelsmann darf sich nun jemand Neues „Taktikfuchs der Woche“ schimpfen. Wer das ist, verraten wir natürlich erst am Ende des Textes. Aber bevor jemand vor Aufregung platzt: Einen kleinen Hinweis bekommt ihr durch die Headline.

Zusätzlich zum neuen Titelträger gibt es übrigens einen kleinen Debütantenball im Ranking. Lesen lohnt sich. Hoffentlich.

Fuchs, Wildpark Poing, Tier, Natur, Tierwelt

Platz 5: Die Favre-Flügel-Taktik mit Götze

Bitte, liebe Dortmunder: Seid nicht sauer auf uns. Dass bei Favre und seinen Jungs nicht alles rund läuft, ist auch uns aufgefallen. Auch wir meinen manchmal bei BVB-Spielen eine Art Flashback zu bekommen.

Der BVB-Flashback: 

Dortmund kontrolliert den Gegner - sieht gut aus!

Dortmund verteidigt tief im 4-4-2 - zu tief?! 

Dortmund lässt sich auf einen Schlagabtausch ein, fährt Gegenkonter und Schnellangriffe

Favre meckert über fehlende Geduld

irgendwo dazwischen: Dortmund verteidigt im Raum und kassiert ein Standardgegentor 

Aber: Wir können die Nominierung trotzdem begründen. Das große BVB-Zeugnis zum bisherigen Saisonverlauf folgt in der kommenden Woche. Darin wird auch thematisiert: Favres Matchplan gegen Werder wurde schlechter gemacht als er war.

Eigentlich hatte der Schweizer seine Mannschaft gut auf Bremens Kompaktheit eingestellt. Er wusste um die Schwierigkeit, Werder durch die Mitte zu knacken. Schließlich war daran schon RB Leipzig gescheitert. 

Favre ließ daher die Flügel mit viel Personal besetzen. Teilweise tummelten sich bis auf Rechtsverteidiger Piszczek und Innenverteidiger Akanji alle BVBler in der linken Hälfte. Dort sollte in engen Räumen kombiniert werden. Götze und Dahoud wurden genau dafür in die Mannschaft geworfen. Beide fühlen sich in engen Räumen wohler als ihre Konkurrenten. Götze wich immer wieder auf die Seite aus, hatte Außen mehr Ballkontakte als im Zentrum.

Favres Ideen gingen auf. Dahoud kurbelte das Spiel an. Der kleine Götze traf nach einer Halbfeldflanke vom freigespielten Piszczek per Kopf. Und: Rechtsfuß Hakimi nach links zu stellen, zahlte sich ebenfalls aus. Hakimi zog vor dem Götze-Tor mit Wucht nach innen und leitete damit die Verlagerung ein.

Wäre das Spiel in der zweiten Halbzeit nicht aus dem Ruder gelaufen, wäre für Favre wohl sogar eine noch höhere Platzierung drin gewesen.

Wichtiger Hinweis für die Raufbolde unter den BVB-Fans: Puls runterbringen und weiterlesen! Bitte. Wir machen ja nur unseren Job. Und wollen euch jetzt auch noch dieses brandneue Favre-Buch andrehen:

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Platz 4: Kohfeldts Anti-Dortmund-System

Der erste Debütant im dieswöchigen Ranking. Eigentlich bedarf Kohfeldts Nominierung nicht mehr vieler Worte. Mit einem Klick auf den Artikel "Kohfeldt: Erst kam es knüppeldick, dann das Glück dazu" könnt ihr sie sicher nachvollziehen. Macht euch die Mühe! Wenn ihr Taktikfüchse wie den Werder-Coach mögt. 

Platz 3: Covic und der Ballbesitz

Letzte Woche durften wir Mäuschen in der Hauptstadt spielen. Wir haben Ante Covic mit einem schelmischen Grinsen in seinem Trainerbüro erwischt. „Ich verspreche Ballbesitzfußball und lasse gegen Paderborn auf Konter spielen“, tönte der Kroate und ließ ein teuflisches Lachen folgen. 

Gut, wir geben es zu. Das ist natürlich nur unserer Fantasie entsprungen. Ein Funken Wahrheit steckt trotzdem drin. Nach dem Erfolglos-Start machte Covic einen großen Sprung in Richtung Umschaltfußball. Weg von der Ballbesitzidee, hin zu Stabilität und Konterattacken. Die einen meinen: Das ist die Flexibilität, die ein Bundesligatrainer braucht, wenn es nicht läuft. Die anderen sagen, Covic habe seinen Worten keine Taten folgen lassen.

Beides mag nicht ganz falsch sein. Auch gegen den Effzeh setzte Covic eher wieder auf Konter. Trotzdem war auch seine Fußball-Idee nicht die Allerschlechteste. Skjelbred fiel gegen den Kölner Doppelsturm in die Abwehr. Sogar schon bei Abstößen. Dadurch ergab sich für die Hertha eine 3-gegen-2-Situation im Spielaufbau. Skjelbred und Stark dribbelten aus dieser immer wieder mutig Richtung Mittelfeld. Rechts war Klünter viel im offensiven Halbraum unterwegs, links rückte Dilrosun oft ein. Dadurch hatte die Hertha nicht nur Aufbaulösungen - sondern auch genug Anspielstationen im Rücken des Kölner Mittelfelds.

In Unterzahl stellte Effzeh-Coach Beierlorzer schließlich auf 4-4-1 um. Covic zog nach, Skjelbreds Abkippen war nicht mehr gefordert. Hertha hatte das Spiel im Griff. Dass Ibisevic dann noch zum Doppeltorschützen wurde, dürfte den Tag für Covic endgültig abgerundet haben. Immerhin hatte er den Bosnier erst kurz zuvor von der Bank gebracht.

Wenn sich darauf mal nicht aufbauen lässt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

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Fohlen, Pferd, Zigeuner, Jung, Pferde, Tier, NaturPlatz 2: Rose legt Schreuders Mittelfeld lahm

Diese Woche gibt es im Ranking keine Fohlen-Wortspiele. Wirklich. Wir versuchen es ganz nüchtern: Rose weiß, dass es fußballerisch bei seiner Mannschaft noch nicht rund läuft. Die Raute war bisher eher Hemmschuh als Hufeisen. (Sorry; die Redaktion).

Deshalb hat er umgestellt. Auf 4-2-1-3. Rose versprach sich damit mehr Breite und weniger Klein-Klein im Ballbesitz. Noch wichtiger war das neue System aber in der Defensive. Denn: Es nahm Hoffenheims Ballbesitzmittelfeld komplett aus dem Spiel. Roses 4-2-1-3 war eine Spiegelung von Schreuders Zentrale. Und das bedeutete guten Gladbacher Zugriff, wenn Hoffenheim das Spiel aufbauen wollte. Die TSG musste mehr lang spielen als ihr lieb war. Die Bälle flogen über Rudy, Grillitsch und Geiger hinweg. 

Rose spricht immer wieder von Prozessen und reichlich Arbeit. Die hat er seinem Team erleichtert - indem er einen der Top-Taktifüchse der Vorwoche einfach mal auscoachte. Man könnte Rose als waschechtes Taktik-Fohlen bezeichnen. Aber das tun wir natürlich nicht. Wir haben es versprochen. Einmal hü und einmal hott gibt es bei uns nicht. Dafür zwei coole Hashtags: #NoFohlenWortspiele. #Roseregelt.

Datei:Angela Merkel Juli 2010 - 3zu4.jpgPlatz 1: Die Wagner-Raute

Ja, unsere große Stärke ist es wahrscheinlich nicht, die Spannung hochzuhalten: Der Taktikfuchs der Woche kommt aus dem Pott. Von Schalke 04.

Die ersten Beschwerdebriefe seiner Trainerkollegen sind schon eingegangen: „Wie bitte kann ein Trainer den Titel einheimsen, der gefühlt mehr lange Bälle spielen ließ als einst Dirk Schusters Darmstadt 98?“

Ganz einfach: Es war Teil des Matchplans. David Wagner weiß um den Entwicklungsstand seiner Schalker. Er wollte nicht ins offene Messer laufen. Deshalb ließ er Leipzigs Pressing mit langen Bällen umspielen.

Außerdem hatte er Julian Nagelsmann mit dessen eigenen Mitteln ausgecoacht. Wie das genau funktionierte, erfahrt ihr hier. Die Mini-Zusammenfassung: Das 4-Raute-2 war die perfekte Wahl, um die Bullen zu zähmen. Leipzigs Aufbauspiel hakte. Dank der Wagner-Raute.

Achso: Bitte des Bildes wegen nicht verwundert sein. Nein, das ist nicht David Wagner. Das Bildmaterial mit dem Knappen-Coach ist uns leider ausgegangen. Spätestens, wenn er nochmal im Taktikfuechse-Ranking auftaucht und die Raute auspackt, haben wir Neues besorgt. Versprochen. Bis dahin alles Gute und Herzlichen Glückwunsch, Herr Wagner. Bis nächste Woche.

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Bildquelle

Tags: Bundesliga, Schalke 04, David Wagner, Borussia Dortmund, Lucien Favre, Borussia Mönchengladbach, Marco Rose , Werder Bremen, Florian Kohfeldt, Hertha BSC, Ante Covic, Taktikfuchs der Woche

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